Changemaker Podcast: „Fisch aus dem Bioreaktor wird kommen – die Technologie ist einfach zu gut.“

Ein Mann mit dunklem, lockigem Haar und Bart trägt ein schwarzes Oberteil. Er steht vor einem Hintergrund mit vielen blauen Fischen, die dicht beieinander schwimmen. Links unten steht der Text „CHANGE MAKER“ in großen Buchstaben, wobei „CHANGE“ in hellbeige und „MAKER“ in dunkelgrün geschrieben ist.
Foto: © Cornelius Lahme / CC0 Pexels

Fisch aus dem Labor: kein Science-Fiction mehr, aber noch lange nicht im Supermarkt. Cornelius Lahme glaubt, dass wir Fisch ohne ein einziges totes Tier herstellen können. Ob das realistisch ist – und was uns noch davon trennt – das ist die Frage, die diese Podcastfolge nicht loslässt.

Fisch gilt für viele noch immer als gesunde und bewusste Wahl. Doch dieses Bild gerät zunehmend ins Wanken. Was auf dem Teller landet, hat oft eine problematische Vorgeschichte: Überfischung, zerstörte Meeresböden, Beifang in gigantischem Ausmaß, Belastungen durch Mikroplastik – und auch Aquakulturen lösen viele dieser Probleme nicht einfach. Wer Fisch isst, isst also längst nicht automatisch die „bessere“ tierische Option.

Echter Fisch, nur ohne Fang und ohne Zucht

Eine mögliche Antwort auf dieses Dilemma kommt aus der Zellkultivierung. Dabei geht es nicht um veganen Ersatz, sondern um echten Fisch aus tierischen Zellen – nur eben ohne Fang auf dem Meer und ohne klassische Fischzucht. Dahinter steckt vor allem eine praktische Frage: Wenn sich tierische Zellen auch außerhalb des Tierkörpers vermehren lassen, warum sollte man dann weiter ganze Tiere züchten oder fangen, um am Ende ein Fischstäbchen zu produzieren?

Guter Fisch“-Liste für 2026: Welchen Fisch kann ich noch essen?

Darum geht es in der neuen Podcastfolge

Genau darüber spricht Martin Tillich in der neuen Changemaker-Folge des Utopia Podcasts mit Cornelius Lahme, Marketing- und Kommunikationsleiter von Bluu. Das Hamburger Start-up wurde 2020 als Ausgründung des Fraunhofer-Instituts gegründet und ist eines der ersten Unternehmen in Europa, das an der kommerziellen Herstellung von kultiviertem Fisch arbeitet.

Im Gespräch wird schnell klar: Fisch aus dem Labor ist weder Zauberlösung noch reine Science-Fiction. Lahme erklärt, wie kultivierter Fisch entsteht, wo die Technologie heute steht und warum die größten Hürden derzeit weniger im Prinzip als vielmehr bei Kosten, Skalierung und Zulassung liegen.

„Warum ein Tier töten, wenn ich es auch ohne Tierleid essen kann?“

Lahme bringt die Kernfrage im Podcast auf den Punkt: „Warum soll ich ein Tier töten, wenn ich es auch ohne Tierleid essen kann?“ Ob kultivierter Fisch tatsächlich die Antwort ist, bleibt offen, aber der Gedanke dahinter ist einer, der unser Verhältnis zu tierischen Lebensmitteln grundsätzlich verschiebt. Vielleicht geht es in Zukunft nicht mehr nur darum, welches Tier wir essen, sondern wie tierische Lebensmittel überhaupt hergestellt werden.

Warum sich die Folge lohnt

Die Folge ist nicht nur für Menschen interessant, die sich für Ernährungstrends begeistern. Sie ist ein Gespräch über technologische Innovation, Tierethik und Ernährungssicherheit – und darüber, warum beim Thema Fisch besonders deutlich wird, dass unser bisheriges Lebensmittelsystem an Grenzen stößt.


Hier kannst du die Podcastfolge anhören: Spotify, Apple Podcasts – und überall, wo es Podcasts gibt.

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