Sieht schön aus, aber ist die Basilikumpflanze auch essbar? Wer Kräuter im Supermarkt frisch kauft, sollte genau hinsehen. Nicht alle Kräuter im Topf sind zum Verzehr geeignet. Die Verbraucherzentrale Sachsen warnt.
Frische Kräuter im Topf sind praktisch – direkt griffbereit kann man damit Speisen würzen und lecker abschmecken. Doch wer sie kauft, sollte genau hinsehen. Denn nicht alle Kräuterpflanzen, die im Supermarkt angeboten werden, sind auch für den Verzehr geeignet. Darauf macht die Verbraucherzentrale Sachsen (VZ Sachsen) aufmerksam.
Der Grund: Auch sogenannte Küchenkräuter können mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden sein – und dürfen dann nur noch als Zierpflanzen verkauft werden. Die Verbraucherschützer:innen erklären: Im Anbau von Zierpflanzen sind nämlich Pflanzenschutzmittel zugelassen, die im Lebensmittelanbau verboten oder nur eingeschränkt erlaubt sind.
Woran man Zierpflanzen und Lebensmittel erkennt
Das Problem ist, dass Verbraucher:innen genau hinsehen müssen, um zu erkennen, ob es sich um Zierpflanzen handelt. Denn Kräuter wie Wilde Rauke, Minze oder Basilikum sehen unabhängig davon, wie sie angebaut wurden, identisch aus. Aber es gibt Hinweise, an denen sich Verbraucher orientieren können.
Werden die Topfpflanzen im Laden beispielsweise in der Obst- und Gemüseabteilung platziert, deutet dies laut VZ Sachsen darauf hin, dass die Kräuter als Lebensmittel angeboten werden. Zudem lassen diese Punkte darauf schließen, dass es sich um ein Lebensmittel handelt:
- Wenn auf dem Etikett oder Topf steht: „zum Verzehr geeignet“ oder „essbare Kräuter“,
- sich auf Etikett oder Topf ein „Messer-und-Gabel-Piktogramm“ befindet,
- sich Angaben zum Herkunftsland, zur Herkunftsklasse sowie ein Bio-Siegel und eine Kontrollstellennummer finden, etwa DE-ÖKO-0XX.
Sind die Kräuter hingegen nicht zum Verzehr geeignet, ist auch das an der Produktbanderole erkennbar: Auf dem Topf befindet sich dann ein durchgestrichenes Messer-und-Gabel-Symbol.
Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, ziehe deine Kräuter selbst aus Bio-Saatgut. So weißt du genau, dass sie zum Verzehr geeignet sind und frei von unerwünschten Pflanzenschutzmitteln. Bio-Saatgut für Kräuter bekommst du online zum Beispiel bei Saat & Gut oder Amazon.
VZ Sachsen kritisiert Praxis als „irreführend“
Aus Sicht der Verbraucherzentrale kann „die derzeitige Kennzeichnungspraxis irreführend“ sein. Denn für die Kaufentscheidung sei in erster Linie die Produktbezeichnung maßgeblich.
„Ein kleiner formal angebrachter Hinweis auf der Banderole reicht aus unserer Sicht nicht aus, wenn er nicht auf den ersten Blick verständlich und eindeutig wahrnehmbar ist“, so Verena Müller, Ernährungsexpertin der VZ Sachsen.
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