Fingerprobe: So einfach erkennst du, ob du gießen musst

Fingerprobe
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Gießen ist in der Praxis oft nicht so einfach wie in der Theorie: Je nach Standort und Klima kann sich der Wasserbedarf einer Pflanze ändern. Mit der Fingerprobe verschaffst du dir vor dem Gießen Klarheit, ob es wirklich nötig ist.

Die Fingerprobe ist eine ebenso simple wie effektive Methode, um einschätzen zu können, ob eine Pflanze gerade Wasser braucht oder nicht. Besonders praktisch ist dabei, dass die Methode ganz ohne technische Hilfsmittel und teure Gerätschaften auskommt. Wie der Name schon sagt, brauchst du lediglich deinen eigenen Finger. So funktioniert die Fingerprobe.

Warum ist die Fingerprobe wichtig?

Wenn du zu oft gießt, schadest du deinen Pflanzen. Die Fingerprobe kann das verhindern.
Wenn du zu oft gießt, schadest du deinen Pflanzen. Die Fingerprobe kann das verhindern. (Foto: CC0 / Pixabay / 165106)

Für jede Pflanze gibt es Empfehlungen, wie oft du sie gießen solltest. Doch Pflanzen sind Lebewesen und ihre Umgebung kann je nach Temperatur, Jahreszeit oder Standort zu anderen Wasserbedürfnissen führen. Deshalb ist es nicht immer das Beste, dich starr an die Standardempfehlungen fürs Gießen zu halten. Die Fingerprobe kann dir helfen, den tatsächlichen aktuellen Wasserbedarf einer Pflanze zu bestimmen. 

Dadurch vermeidest du vor allem einen Gießfehler, den sowohl Anfänger:innen als auch andere Hobbygärtner:innen häufig machen: Sie meinen es zu gut und gießen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. In der Praxis ist das für viele Pflanzen sogar schädlicher als kurzfristige Trockenheit, denn Überwässerung kann zu Staunässe führen und viele Probleme mit sich bringen.

So funktioniert die Fingerprobe

Für die Fingerprobe musst du nur deinen Finger in die Blumenerde stecken.
Für die Fingerprobe musst du nur deinen Finger in die Blumenerde stecken. (Foto: CC0 / Pixabay / rawpixel)

Bei der Fingerprobe steckst du deinen Finger wenige Zentimeter tief in die Blumenerde. Je nachdem, wie die Erde sich an deinem Finger anfühlt, kannst du durch diese Methode einschätzen, ob die Pflanze gegossen werden muss oder nicht.

  1. Stecke deinen Finger etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde.
  2. Prüfe anhand des Gefühls die Feuchtigkeit. Reibe dafür die Erde etwas zwischen zwei Fingern: Fühlt sich die Erde trocken und krümelig an, ist es Zeit zu gießen. Ist die Erde noch etwas feucht, kannst du mit dem Gießen noch warten. Wenn die Erde sich sogar nass anfühlt, dann darfst du auf keinen Fall gießen.
  3. Wiederhole die Fingerprobe regelmäßig – am besten jeden Tag, wenn du dir unsicher bist (besonders im Sommer).

Mit der Zeit bekommst du von selbst ein Gefühl dafür, welche Pflanzen wann Wasser brauchen. Trotzdem ist die Fingerprobe auch für erfahrene Gärtner:innen oft noch ein nützliches Hilfsmittel.

Für beste Ergebnisse: Kombiniere die Fingerprobe mit anderen Methoden

In Kombination mit anderen Methoden ist die Fingerprobe sehr effektiv, um die Bedürfnisse deiner Pflanzen richtig einzuschätzen.
In Kombination mit anderen Methoden ist die Fingerprobe sehr effektiv, um die Bedürfnisse deiner Pflanzen richtig einzuschätzen. (Foto: CC0 / Pixabay / tookapic)

Die Fingerprobe kann allerdings auch an ihre Grenzen stoßen, denn sie reicht oft nicht aus, um die Feuchtigkeit in tieferen Schichten genau zu bestimmen. Gerade tief unten um Topf, wo sich die meiste Feuchtigkeit staut, kommst du mit dem Finger nicht hin. Es kann passieren, dass die oberen Erdschichten zwar vermuten lassen, dass gegossen werden muss, die unteren aber noch ausreichend feucht sind und die Pflanze deshalb eigentlich noch kein Wasser braucht.

Zur genauen Bestimmung der Feuchtigkeit im Topf kann zusätzlich zur Fingerprobe ein spezieller Feuchtigkeitsmesser eine gute Idee sein. Wenn du ihn in die Erde steckst, misst die Feuchtigkeit im Topf. Solche Geräte bekommst du im Gartenfachhandel oft schon zu günstigen Preisen.  

Du kannst zusätzlich zur Fingerprobe auf folgende Zeichen achten, die anzeigen, dass die Erde im Topf zu feucht ist:

  • weißer Belag auf der Substratoberfläche 
  • kleine schwarze Fliegen auf der Oberfläche des Substrats
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