Der März ist der erste Frühlingsmonat. Wenn du jetzt startest und dich auf drei Arbeiten konzentrierst, kannst du die Grundlage für dein erfolgreiches Gartenjahr legen.
Boden vorbereiten, Düngen und Pflanzen beziehungsweise das Vorziehen von einjährigen Zierpflanzen und Gemüse: Der März bietet ideale Voraussetzungen für den Start in die Gartensaison. Ausreichend Tageslicht und steigende Temperaturen beenden die winterliche Ruhezeit der Pflanzen und ermöglichen neues Wachstum. Die Gefahr von anhaltenden Kälteeinbrüchen und strengen Frösten sinkt. Die Böden sind offen und können bearbeitet und mit Nährstoffen angereichert werden. Und dann kannst du endlich pflanzen!
Bearbeite Boden und Beete nach dem Vorbild der Natur
Der Gartenboden ist die Basis für ein gesundes Wachstum deiner Pflanzen. Das gilt natürlich auch für Hochbeete. Die meisten unserer Gartenpflanzen lieben einen lockeren und nährstoffreichen Boden. Im Gemüsebeet, das du jedes Jahr neu bepflanzt, solltest du den Boden jetzt entsprechend vorbereiten und pflegen. Das ist besonders wichtig, wenn er nach anhaltenden Niederschlägen im Winterhalbjahr sehr feucht ist und sich auf der Oberfläche Unebenheiten und Wasseransammlungen zeigen.
Dein Ziel ist es, eine mehr oder weniger krümelige Struktur zu erreichen. Sie ist ideal für die Aussaat und die Pflanzung vorgezogener Gemüsepflanzen. Du kannst dazu den Boden mit einem geeigneten Werkzeug, zum Beispiel einem dreizinkigen Kultivator lockern und danach mit einer Harke verfeinern.
So belüftest du die obere Bodenschicht und unterstützt die Mikroorganismen: Sie brauchen Sauerstoff, um aus organischem Material wie Kompost oder Laub die lebenswichtigen Nährstoffe für deine Pflanzen verfügbar zu machen. Laub oder liegen gebliebene Pflanzenreste aus dem letzten Jahr kannst du beim Lockern mit einarbeiten. Sind sie zu groß, schneidest du sie einfach klein. Sie können in den nächsten Wochen verrotten und verbessern die Bodenstruktur. Wenn du so vorgehst, orientierst du dich an der Natur als Vorbild: Dort geht organisches Material niemals verloren, sondern ist Teil des natürlichen Kreislaufs.
Allerdings ist dein Gemüsebeet kein natürlicher Lebensraum: Hier wachsen die Pflanzen nicht nur auf engstem Raum, sie sollen auch eine gute Ernte bringen. Gemüsepflanzen sind also so etwas wie Hochleistungssportler im Pflanzenreich. Sie brauchen Unterstützung und ideale Voraussetzungen, um dir zu zeigen, was in ihnen steckt. Den Boden dafür hast du vorbereitet. Jetzt geht es an die Nährstoffversorgung, damit du alles richtig machst.
Der Boden braucht Nährstoffe – am besten durch Kompost

Im Gemüsebeet und im Hochbeet solltest du jetzt die Grundlage für eine optimale Nährstoffversorgung deiner Pflanzen legen. Die große Frage „Düngen oder nicht?“ ist schnell beantwortet: Gemüse braucht Nährstoffe, um in den wenigen Wochen oder Monaten die kraftzehrende Entwicklung vom Samenkorn bis zur Ernte zu vollziehen. Das Düngen, also die Zufuhr von lebensnotwendigen Nährstoffen, orientiert sich immer am Bedarf der Pflanzen.
Auch wenn du ein:e Anfängerin in Sachen Garten bist, fährst du mit einer altbewährten Methode gut: Traditionell werden Gemüsebeete mit Kompost angereichert. Wenn du selber kompostierst, kannst du fertigen Kompost auf die Beete ausbringen. Er sollte wirklich gut verrottet sein, dunkel in der Farbe und feinkrümelig in der Struktur. Das ist nach einer Lagerzeit von zwei Jahren und jährlichem Kompostumsetzen meistens der Fall.
Du kannst auch fertigen Kompost kaufen. Viele Städte und Kommunen bieten ihn günstig ab Kompostwerk an. Natürlich findest du auch im Fachhandel geeignete Produkte. Sie sind praktisch für kleine Flächen und Hochbeete, aber auch entsprechend teurer.
Bringe eine Schicht von einigen Zentimetern Stärke flächig auf die Beete aus und arbeite den Kompost mit dem Kultivator oder mit einer Harke ein.
Unterstütze natürliche Prozesse: Das geht auch mit Fertigdüngern
Natürlich kannst du auch mit handelsüblichen Fertigdüngern unterstützen. Es gibt organische und mineralische Dünger. Organische Dünger bestehen aus tierischen oder pflanzlichen Stoffen. Sie unterstützen genau wie Kompost das Bodenleben und verbessern die Bodenstruktur. Allerdings braucht es Zeit, bis die Mikroorganismen ihr Werk getan haben und die Nährstoffe deinen Pflanzen zur Verfügung stehen.
Mineralische Dünger werden industriell hergestellt und bieten diese Nährstoffe in Form von wasserlöslichen Salzen. Sie stehen den Pflanzen unmittelbar zur Verfügung. Dennoch solltest du auf ihren Einsatz verzichten und lieber auf die naturnahe Methode der organischen Düngung vertrauen. Organischer Dünger oder Kompost können auch auf Staudenbeeten ausgebracht werden. Einfach oberflächlich einarbeiten – fertig.
Tipp: Langfristig ist es aber besser, einen natürlichen Humusaufbau in deinen Beeten zu fördern. Dazu lässt du jedes Jahr – genau wie in der Natur – zum Beispiel das Herbstlaub liegen und unterstützt auch durch Mulchen mit Grasschnitt oder gehäckselten Stauden- und Gehölzabschnitten.
Jetzt ist Pflanzzeit: Aber noch nicht für alles!
Im März kannst du alle Stauden und Gehölze pflanzen. Speziell bei Bäumen und Sträuchern gilt aber: Je eher, desto besser und gerne auch während des gesamten Winterhalbjahres – solange der Boden nicht gefroren ist.
Stauden kannst du jetzt teilen und neu pflanzen. Das geht auch dann noch, wenn sich bereits erste Triebe zeigen. Bei neu gekauften Stauden solltest du darauf achten, dass sie aus dem Freiland stammen. Oft sieht man in Gartencentern oder Baumärkten bereits blühende Stauden. Sie werden in frostfreien, mild temperierten Gewächshäusern vorgetrieben. In diesem Zustand können die Triebe bei Kälteeinbrüchen im März verfrieren, selbst wenn es sich um winterharte Arten handelt.
Tipp: Ganz sicher bist du, wenn du in einer Staudengärtnerei kaufst. Diese Pflanzen sind an die natürlichen Wetterbedingungen angepasst und haben keine Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung.
Vorgezogene Gemüsepflanzen: Hier ist Zurückhaltung gefragt

Auch bei vorgezogenen Gemüsepflanzen, die jetzt schon angeboten werden, gilt: Pflanze sie lieber in ein Gewächshaus oder Frühbeet und warte mit dem Pflanzen im Freiland, bis es dauerhaft milder und weitgehend frostfrei bleibt. Denn auch diese Pflanzen sind unter Glas vorgezogen worden und erleiden im Beet bei zu früher Pflanzung einen Schock. Sofern sie niedrige Temperaturen überleben, brauchen sie danach viel Zeit, um sich zu erholen. Das Warten auf wärmere Temperaturen lohnt sich daher, denn im April und Mai kommen deine Pflänzchen ungehindert voran.
Wenn du Gemüsepflanzen wie Tomaten, Gurken und Paprika im Zimmer vorziehen willst, ist der März der richtige Monat. Wähle als Standort am besten ein sehr helles Fenster in einem nicht zu warmen Raum. Temperaturen um 20 °C sind ideal für die Keimung und die Weiterkultur bis zum Auspflanzen in wenigen Wochen, denn so bleiben deine Sämlinge kompakt und gesund. Zwar geht es über der warmen Heizung schneller, aber zu hohe Temperaturen begünstigen unnötiges Längenwachstum der Triebe.
Tipp: Oft wird empfohlen, Kerne aus handelsüblichen Paprika oder Tomaten einzupflanzen. Sofern diese überhaupt keimfähig sind, eignen sich die daraus sprießenden Pflänzchen in der Regel aber nicht für deinen Garten oder Balkon. Denn es handelt sich meistens um Hochleistungssorten, die entweder gar nicht sortenecht sind – das heißt, aus den Samen der Pflanze wächst nicht die gewünschte Sorte – oder spezielle Bedingungen brauchen. Vertraue besser auf Samen aus dem Fachhandel, idealerweise aus dem Biolandbau oder aus Samentauschbörsen. Hier findest du oft widerstandsfähige Züchtungen, die sich in deiner Region bewähren können.
Oft wird empfohlen, robuste Gemüse wie zum Beispiel Pflücksalate schon im März direkt ins Freiland zu säen. Das kann man nur unter Vorbehalt empfehlen. Da der März oftmals sehr wechselhaft und kalt ist, solltest du die aktuelle Wetterlage im Auge behalten und nur bei anhaltend milder Witterung aussäen. Sicherer ist es, nicht vor April mit der Aussaat zu beginnen, dann ist die Chance einer ungestörten Entwicklung deiner Pflanzen größer.
Rosen und Gehölze schneiden: In letzter Minute oder noch zur rechten Zeit?
Schneidarbeiten an Bäumen und Sträuchern kannst – außer bei anhaltendem Frost – während des ganzen Winters durchführen. Für den Schnitt wird die Zeit jetzt knapp: Wenn du jetzt im März noch zur Gartenschere oder Säge greifen willst, kannst du Obstgehölze, Rosen und streng formierte Hecken (nur im Rahmen des jährlichen Pflegeschnitts) schneiden.
Tiefgreifende Maßnahmen wie radikale Rückschnitte sind ab dem 1. März nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten. Während man Obstgehölze wegen der frühen Blüte traditionell im Herbst und Winter schneidet, kannst du mit dem Rosenschnitt bis zum März oder sogar Anfang April warten. Nutze also besser die kalte Jahreszeit für diese Arbeiten, denn im Frühling gibt es noch reichlich zu tun.
Rasen pflegen: Im März geht´s los
Im März kannst du mit der Rasenpflege beginnen. Wenn du einen Bilderbuch-Rasen haben willst, solltest du jetzt vertikutieren, nachsäen und düngen. Ein gesunder und strapazierfähiger Rasen braucht Licht und Luft. Beim Vertikutieren entfernst du den Rasenfilz aus Moosen und Beikräutern, damit die lichthungrigen und konkurrenzschwachen Gräser sich voll entfalten können. Entfernst du viel von diesem Filz, wird die Fläche ziemlich spärlich aussehen.
Das ist gut für die Nachsaat: Damit sich kahle Stellen schließen, bringst du den neuen Rasensamen jetzt aus. Du kannst ihn mit etwas Sand abstreuen und leicht oberflächlich einharken. Die Samen keimen erst, wenn es warm und feucht genug ist. Du musst also nicht fürchten, dass eine frühe Rasensaat verfriert. Es dauert bei ungünstiger Witterung eben nur etwas länger mit der Keimung und dem Wachstum. Bei der Aussaat kannst du einen Starterdünger verwenden, der in den nächsten Wochen für einen guten Start der Rasenpflanzen sorgt.
Unabhängiger Journalismus braucht Menschen, die dahinterstehen - auch in der Google-Suche. Jetzt ein Signal für mehr Nachhaltigkeit setzen und → Utopia als bevorzugte Quelle hinterlegen.
Qualitätsversprechen: Wir nutzen KI als redaktionelles Hilfsmittel. Prüfung und Verantwortung bleiben immer beim UTOPIA-Team – Unsere KI-Leitlinien.















