Viele Stauden lassen sich durch das Teilen des Wurzelballens leicht vermehren – das gilt aber nicht für alle Arten. Wir stellen dir drei beliebte Stauden vor, bei denen du diese Methode lieber nicht anwendest.
Staudenpflanzen bringen Leben und Farbe in jeden Garten. Sie sind grundsätzlich mehrjährig und sterben zwar im Winter oberirdisch ab, blühen bei richtiger Pflege aber im nächsten Frühjahr erneut. Im Idealfall prägen sie das Erscheinungsbild deines Gartens also über Jahre hinweg.
Viele Stauden kannst du außerdem leicht vermehren, indem du ihren Wurzelballen teilst und die Einzelstücke getrennt voneinander wieder einpflanzt. Die Teilpflanzen bilden dann am neuen Standort ihr eigenes Wurzelsystem aus. Auf diese Weise sorgst du ohne viel Aufwand für eine noch reichhaltigere Blütenpracht und kannst auch Lücken im Staudenbeet leicht auffüllen.
Bevor du eine Staude durch Trennung vermehrst, solltest du dich aber immer erst über ihre Eigenschaften informieren, denn nicht bei jeder Pflanze ist das möglich. Bei den folgenden drei Sorten sollte der Wurzelballen lieber in einem Stück bleiben – sie kannst du stattdessen auf andere Weise vermehren.
1. Tränendes Herz
Das Tränende Herz ist auch unter vielen anderen Namen bekannt, zum Beispiel als Zweifarbige Herzblume, Flammendes Herz oder Marienherz. Alle Namen nehmen Bezug auf die auffällig geformten weißrosa Blüten der Pflanze, die wie ein Herz mit einem an der Spitze herabrinnenden Tropfen aussehen. Das Tränende Herz blüht von April bis Juni und zieht in dieser Zeit viele Blicke auf sich.
Die Staude bevorzugt einen Platz im Halbschatten und ist grundsätzlich pflegeleicht. Eines solltest du aber beachten: Wenn du das Tränende Herz vermehren möchtest, ist das Trennen des Wurzelballens keine gute Idee. Bei älteren Pflanzen kann diese Methode zwar funktionieren, generell sind die Erfolgsaussichten aber eher schlecht. Einmal angepflanzt, solltest du die Pflanze an ihrem Standort belassen und den Wurzelballen nicht wieder ausgraben.
Stattdessen kannst du das Tränende Herz vermehren, indem du nach der Blüte seine Samen einsammelst und im nächsten Frühjahr an der gewünschten Stelle aussäst. Auch über Stecklinge lässt die Staude sich vermehren. Schneide dazu einfach einen gesunden Trieb ab und lass ihn in einem Glas mit Wasser Wurzeln bilden. Ab April kannst du ihn draußen im Freiland einpflanzen.
2. Akelei
Auch die Akelei, ein Hahnenfußgewächs, ist wegen ihrer auffälligen Blüten eine beliebte Gartenstaude. Sie blüht je nach Sorte in einem breiten Farbspektrum, zum häufig in Blau, Violett, Weiß oder Rosa. Auch Pflanzen mit gelben und roten Blüten gibt es. Charakteristisch ist die glocken- bis trichterartige Form.
Die Akelei spricht mit ihren Blüten aber nicht nur das menschliche Auge an: Als heimische Staude spielt sie eine wichtige Rolle im Ökosystem und versorgt insbesondere Bienen mit reichlich Nektar. Sie ist deshalb eine ausgezeichnete Wahl, wenn du einen insektenfreundlichen Garten anlegen möchtest.
Hast du die Staude schon bei dir angesiedelt und planst, sie zu vermehren, ist auch hier Vorsicht geboten: Die Akelei verfügt über tiefreichende Pfahlwurzeln, die du beim Ausgraben leicht verletzen kannst. Eine Vermehrung per Teilung ist deshalb schwierig und die Erfolgsquote gering. Die Teilpflanzen haben oft Probleme beim Anwachsen und sind nach dem Trennen anfällig für Fäulnis.
Auf Nummer sicher gehst du deshalb, wenn du auf das Teilen der Akelei ganz verzichtest und sie stattdessen über ihr Saatgut vermehrst. Du kannst es im Herbst einsammeln und zwischen April und Juni aussäen. Das Einsammeln ist ohnehin sinnvoll, denn die Akelei neigt zur Selbstaussaat. Wenn du nicht willst, dass sie sich unkontrolliert vermehrt, solltest du die getrockneten Samen nach der Blüte von den Pflanzen entfernen.
3. Pfingstrose
Die Pfingstrose gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Frühlingsstauden in deutschen Gärten. Sie blüht je nach Witterung von Ende April bis Juni. Ihre großen, kugelförmigen Blüten zeigen sich meist in Weiß oder hellem Rosa, können aber auch kräftigere Farbtöne wie Rot oder Gelb annehmen.
Grundsätzlich können auch Insekten von der langen Blütezeit der Pfingstrose profitieren – aber du solltest bei der Sortenwahl aufpassen, denn es gibt sowohl gefüllte als auch ungefüllte Pfingstrosen. Nur von ungefüllten Exemplaren haben die Bienen in deiner Nachbarschaft etwas. Warum das so ist, kannst du in diesem Artikel nachlesen: Gefüllte Blüten: Warum Insekten bei ihnen trotzdem leer ausgehen.
Wenn du deine Pfingstrosen vermehren möchtest, ist es zwar grundsätzlich möglich, sie zu teilen. Gut überlegen solltest du es dir trotzdem, denn im Anschluss an die Teilung tritt meistens eine Blühpause ein, die mindestens ein Jahr dauert, aber auch zwei oder drei Jahre anhalten kann. Wenn überhaupt, solltest du nur ältere Exemplare teilen und die Trennung des Wurzelballens im frühen Herbst vornehmen.
Am einfachsten ist auch bei dieser Staude die Vermehrung per Aussaat. Strauchpfingstrosen kannst du alternativ über Stecklinge vermehren – bei anderen Sorten ist diese Methode nicht möglich.
Stauden pflanzen: Darauf solltest du achten
Wenn du dein Staudenbeet erweitern möchtest oder zum ersten Mal eines anlegst, bist du mit einer riesigen Auswahl verschiedener Pflanzen konfrontiert. Nimm dir vorher deshalb genug Zeit und überlege dir in Ruhe, welche Stauden du in deinem Garten ansiedeln möchtest. Natürlich müssen sie dir optisch gefallen – aber auch folgende Punkte können dir helfen, eine Entscheidung zu treffen:
- Standort und Boden: Stauden stellen ganz unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort. Achte darauf, dass die Pflanzen deiner Wahl sich in deinem Garten auch tatsächlich wohlfühlen können und dass zum Beispiel die Licht- und Bodenverhältnisse stimmen.
- Heimische Pflanzen: Indem du auf heimische Stauden setzt, leistest du einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität. Außerdem vermeidest du so, dass invasive Neophyten Fuß fassen und sich ausbreiten können.
- Insektenfreundlichkeit: Auch indem du bewusst bienen- und insektenfreundliche Stauden pflanzt, stärkst du unser heimisches Ökosystem.
- Bio-Saatgut: Wenn du dein Saatgut nicht selbst sammelst, raten wir dir zum Kauf von Bio-Saatgut (beziehungsweise von Jungpflanzen, die aus Bio-Saatgut gezüchtet wurden). Mehr über die Vorteile erfährst du hier: Bio-Saatgut: Gute Gründe für Bio-Samen und wo du sie kaufen kannst.
Falls du noch Inspiration suchst: In einem anderen Ratgeber haben wir eine Übersicht empfehlenswerter heimische Wildstauden für dich zusammengestellt.
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