Eine große orange-weiße Rakete steht auf einer mobilen Startrampe zwischen hohen Masten unter klarem blauem Himmel, umgeben von Fahrzeugen und Startinfrastruktur. 1 min
Bildrechte: Nasa
1 min

MDR KULTUR - Das Radio Fr 20.02.2026 10:48Uhr 00:39 min

https://www.mdr.de/wissen/audios/generalprobe-mondflug-artemis-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Mondflug Artemis 2: Mondrakete besteht zweite Generalprobe – Besatzung begibt sich in Quarantäne

20. Februar 2026, 10:59 Uhr

Die Nasa hat am Donnerstag die zweite Generalprobe für die SLS-Rakete und das Orion-Raumschiff erfolgreich abgeschlossen. Die vier Astronauten stellen sich auf einen Start zum Mond ab Anfang März ein.

Die Artemis-2-Mission ist startklar. Wie die US-Raumfahrtagentur Nasa am Donnerstagabend mitteilte, konnte die sogenannte "Wet Dress Rehearsal", wörtlich übersetzt die "nasse Generalprobe" erfolgreich abgeschlossen werden. Wichtigster Teil des Tests ist dabei die Betankung der SLS Rakete mit rund 700.000 Gallonen Treibstoff. Das entspricht umgerechnet rund 2,65 Millionen Litern von flüssigem Sauer- und Wasserstoff.

Nach Problemen im Januar: Ventilleck behoben – Betankungstest diesmal ohne Grenzwertüberschreitungen

Beim ersten Testdurchlauf im Januar waren zu große Mengen Wasserstoff aus einem Ventil ausgetreten und verdampft. Diesmal seien alle Grenzwerte unterschritten worden, schrieb die Nasa auf ihrem Weblog.

Die Bodencrew demonstrierte zudem das Schließen der Luke des Orion-Raumschiffs. Während der Probe gab es erneut ein Problem mit Teilen des Kommunikationssystems der Bodenteams. Deshalb kam zeitweise ein Backup-System zum Einsatz. Die Ursache sei aber identifiziert und behoben worden.

Generalprobe fast komplett: Crew beobachtet Ablauf, Quarantäne beginnt vor dem möglichen Startfenster

Insgesamt wurden alle Schritte der Startvorbereitung durchlaufen, außer den letzten 30 Sekunden vor dem Zünden der Triebwerke. Die Besatzung des Raumschiffs beobachtete Teile der Generalprobe im Kontrollraum des Kennedy Space Centers. Die vier Astronauten begeben sich voraussichtlich heute Abend (20. Februar) in Quarantäne, um sich in den kommenden zwei Wochen vor Infektionen zu schützen.

Der Starttermin steht bisher nicht abschließend fest. Die nächste Möglichkeit eröffnet sich aber ab dem 6. März.

Sicherheitstests direkt an der Startrampe: Nasa installiert neue Plattformen für Arbeiten am Abbruchsystem

Die Nasa-Techniker wollen in den kommenden Tagen vorübergehende Zugangsplattformen an der Startrampe errichten. Damit wollen die Ingenieure an die oberen Teile der Rakete gelangen, unter anderem um das Flugabbruchsystem zu testen und zu warten. Dieses Vorgehen ist ein Ergebnis des unbemannten Testflugs "Artemis 1". Dabei zeigte sich, dass Sicherheitstests direkt an der Startrampe sinnvoll sind, um die Rakete nicht zurück in die Montagehalle bringen zu müssen.

In unserer Dokumentation "Artemis 2 - Zurück zum Mond" erfahren Sie jetzt schon, wie der Start der Rakete ablaufen wird, wer die vier Astronauten sind und warum die Mission auf Europa und Technik aus Jena angewiesen ist.

3 Kommentare

Naturfreund vor 14 Stunden

Diese Mission ist nur der Anfang einer großen komplexen Zukunft zur dauerhaften Nutzung des Mondes. Doch wie in der Vergangenheit, Dichtungen, Kabelverbindungen, Vibrationen, Ventile....immer wieder die gleichen billigen Täter. Challenger 1986 - ein Dichtungsring für 200U$ Dollar hat sieben Menschen das Leben gekostet. Raumfahrt ist sehr teuer, aber man sollte wirklich alles durchdenken und prüfen bevor man abhebt.

MDR-Team vor 15 Stunden

Hallo @Freies Moria,
die „Generalprobe“ dient genau dazu, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen. Eine Startverschiebung ist deshalb kein Zeichen von Nachlässigkeit, sondern Teil des Sicherheitskonzepts. Wir drücken ebenfalls die Daumen.
Liebe Grüße

Freies Moria vor 15 Stunden

Dann drücken wir den Astronauten mal die Daumen, dass sie erfolgreich und gesund wieder zur Erde zurückkehren!
PS: Es scheint, als sei das Unterfangen genauso risikoreich und unsicher wie vor 50 Jahren. Ventile, die zu viel Wasserstoff abgeben (in der Nähe riesiger Flammen), würden mir ja den Schlaf rauben...