Auf dem Arm eines Beamten ist das Abzeichen einer Zollbehörde zu sehen. (Themenbild)

Zollbilanz: Fast 2.300 Strafverfahren wegen illegaler Beschäftigung

Stand: 20.02.2026 • 16:24 Uhr

Das Hauptzollamt in Stralsund hat im vergangenen Jahr bei hunderten Arbeitgebern Verstöße gegen geltende Beschäftigungsrichtlinien festgestellt. Durch Schwarzarbeit entsteht dem Fiskus ein Millionenschaden.

Das Hauptzollamt in Stralsund hat am Freitag seine Bilanz für 2025 vorgestellt. Dabei ging es vor allem um Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Rund 17,3 Millionen Euro Schaden wurden durch vorenthaltene Sozialversicherungsbeiträge im Jahr 2025 registriert. Ingesamt wurden etwa 600 Arbeitgeber und gut 6.700 Beschäftigte wurden, vor allem auf Baustellen, in Hotels, Gaststätten und bei Taxiunternehmen.

Insgesamt 16 Jahre Gefängnisstrafen verhängt

In diesen Branchen gab es im vergangenen Jahr bundesweite Schwerpunktkontrollen. Dabei kamen landesweit fast 2.300 Strafverfahren und über 900 Ordnungswidrigkeitenverfahren zusammen. Die Gerichte verhängten Geldstrafen in Höhe von rund 711.000 Euro sowie insgesamt 191 Monate Freiheitsstrafe. Die Prüfungen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit fanden als verdachtsunabhängige Spontanprüfungen, als risikobasierte Initiativprüfungen sowie nach konkreten Hinweisen statt.

Druck auf illegal handelnde Firmen erhöht

Der Leiter des Hauptzollamtes Stralsund, Regierungsdirektor Kay Noffke, zog ein positives Fazit. "Durch Erweiterung der Kompetenzen, Verbesserung der Datenanalyse, besseren und vereinfachten Informationsaustausch mit anderen Behörden durch das Ende 2025 in Kraft getretene Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeit sind wir auch künftig in der Lage, fairere Bedingungen für Unternehmen zu schaffen, die sich an die Regeln halten", so Noffke. Man habe den Druck auf gesetzeswidrig handelnde Unternehmen und Beschäftigte erhöhen können. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte im vergangenen Sommer an, den Kampf gegen Schwarzarbeit bundesweit verstärken zu wollen.

Dieses Thema im Programm: NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 20.02.2026 | 15:00 Uhr

Pfeil hoch