Symbolfoto: Gestellte Aufnahme zum Thema Mediennutzung bei Kindern. Ein Kind schaut im Dunkeln auf das Display eines Smartphones

Saarland Commerçon sieht Verbot von Social Media nicht als Priorität

Stand: 17.02.2026 • 21:43 Uhr

In der Debatte um strengere Regeln für die Nutzung von Social Media gibt es gemischte Reaktionen aus der saarländischen Landespolitik. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Commerçon stehen andere Maßnahmen eher im Vordergrund.

Von Denise Friemann

Die Bundes-SPD hatte zuletzt ein Social-Media-Verbot für Minderjährige in den Raum geworfen und damit eine Debatte eröffnet. Die Idee der SPD: Unter 14-Jährige sollten gar keine Social-Media-Kanäle benutzen dürfen, für 14- bis 16-Jährige soll eine „verpflichtende Jugendversion“ kommen.

In dieser Version soll der Zugang limitiert sein, indem süchtig machende Mechanismen entfernt werden. Dazu sollen etwa das automatische Abspielen von Videos oder verschiedene Belohnungssysteme gehören.

Commerçon sieht Social-Media-Plattformen in der Pflicht

Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Saarland, Ulrich Commerçon, widerspricht ein Stück weit: Bevor man Freiheiten beschneide, müsse man die Plattformen in die Verantwortung nehmen, sagte er zu dem Papier seiner eigenen Partei.

Er fordert klare Haftungsregeln für Social-Media-Konzerne und Selbstbestimmung für die Nutzer, beispielsweise wenn es um die Einstellung des Algorithmus geht, der bestimmt, was Nutzer zu sehen bekommen.

Man müsse sich im Netz frei bewegen können, ohne manipulativen Strukturen ausgesetzt zu sein, führte Commerçon aus.

CDU-Generalsekretär: Verbot eine gute Idee

CDU-Generalsekretär Frank Wagner findet die Idee eines Verbots grundsätzlich gut: Seine Partei beschäftige sich seit langem mit dem Thema. Allerdings wolle man die Ergebnisse der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission zu diesem Thema abwarten.

In anderen Ländern gibt es bereits strengere Regeln im Umgang mit sozialen Medien. In Australien müssen Nutzer mindestens 16 Jahre alt sein – sonst drohen den Plattformen Bußgelder in Millionenhöhe. In Frankreich ist ein Social-Media-Verbot für Kinder bis 14 Jahre geplant.

Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten im Radio am 17.02.2026 berichtet.

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Erstveröffentlichung: 17.02.2026 | 21:43 Uhr

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