Eine junge Studentin arbeitet an ihrem Laptop

Saarland Experiment: Saarbrücker Jura-Professor will Hausarbeiten mittels KI erstellen lassen

Stand: 15.02.2026 • 20:26 Uhr

Mit KI die Hausarbeit schreiben: In der Rechtswissenschaft der Saarbrücker Uni ist das nicht verboten – sondern im Rahmen eines Experiments jetzt auch ausdrücklich erwünscht. Dafür werden Jura-Studierende aus ganz Deutschland gesucht, die mittels KI eine eigentlich auf sechs Wochen angesetzte Hausarbeit in acht Stunden schreiben sollen.

Für den Saarbrücker Rechtsinformatiker Professor Georg Borges ist klar: ChatGPT und Co gehört für die Studierenden mittlerweile zum Alltag, an Künstlicher Intelligenz führt im Studium kein Weg mehr vorbei. "Es ist keine Frage des Ob, die Wirklichkeit hat die Universitäten längst eingeholt", so Borges.

Und dieser Wirklichkeit müsse sich auch die Rechtwissenschaftliche Fakultät der Saar-Uni stellen. Borges ist Direktor des Instituts für Rechtsinformatik und Studiendekan an der Fakultät. Er geht davon aus, dass die künftigen Juristinnen und Juristen in der Praxis später mit KI-Werkzeugen umgehen müssen – und will sie deshalb schon im Studium erforschen und entsprechendes Wissen vermitteln.

Wie können Prüfungen aussehen und gerecht bewertet werden?

Dabei gebe es zahlreiche Fragen zu beantworten: "Wie setzen Studierende diese Werkzeuge sinnvoll ein und wo nicht? Wie werden Prüfungen künftig aussehen? Und: Wie können diese gerecht bewertet werden?", nennt Borges einige Beispiele.

An seiner Fakultät gibt es bereits jetzt keine Einschränkungen beim Einsatz von KI – auch nicht bei Hausarbeiten. Es gelte aber das Gebot der Eigenständigkeit der Leistung und der verantwortungsvollen Nutzung. In einem gezielten Experiment will Borges nun herausfinden, wie KI sinnvoll bei Hausarbeiten eingesetzt werden können.

Sechs-Wochen-Hausarbeit mittels KI in acht Stunden schreiben?

Für dieses Experiment sucht der Rechtsinformatiker bundesweit 100 Jura-Studierende aus dem vierten bis siebten Semester. "Sie sollen im Februar innerhalb von acht Stunden versuchen, mithilfe von KI-Systemen eine sonst auf sechs Wochen angelegte Jura-Hausarbeit zu verfassen", so Borges.

Vorab würden die Studierenden im Umgang mit den KI-Tools geschult. Borges geht davon aus, dass in Zukunft Studierende, die auf KI verzichten, sogar im Nachteil sein könnten. "KI-Tools können unterstützen, von formaler Fußnotenkontrolle über juristische Recherche, Transkription von Vorlesungen bis hin dazu, die juristische Argumentation auszufeilen", sagt der Jura-Professor.

Infos zu den Coachings gibt es unter www.rechtsinformatik.saarland. Wer an dem Experiment teilnehmen möchte, soll sich per E-Mail an ls.borges@uni-saarland.de anmelden.

Über dieses Thema haben auch die SR info Nachrichten vom 15.02.2026 berichtet.

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Erstveröffentlichung: 15.02.2026 | 20:26 Uhr

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