Saarland Kunst- und Kulturszene kritisiert Schließung des Saarbrücker Garelly-Hauses
Seit Anfang Februar ist bekannt, dass der Kunst- und Kulturstandort Garelly-Haus in Alt-Saarbrücken schließen muss. Kultur-Verbände kritisieren, dass damit einer der wenigen bezahlbaren Orte für die Szene wegfalle. Die Politik müsse jetzt handeln.
Dass das Garelly-Haus in Saarbrücken schließen muss, führt in der Kunst- und Kulturszene im Saarland zu Kritik. In einer gemeinsamen Stellungnahme beklagen mehrere Kultur-Akteure, dass es sich nicht nur um "das Ende eines einzelnen Ortes" handele. Das Aus stehe vielmehr "exemplarisch für strukturelle Versäumnisse", auf die die Szene seit Jahren hinweise – ohne dass daraus Konsequenzen gezogen worden wären.
Anfang Februar hatte der Verein "USUS", der das Garelly-Haus betrieben hat, die Schließung bekannt gegeben. Unter anderem habe das ehrenamtliche Team die wachsenden administrativen Aufgaben nicht mehr stemmen können. Außerdem müsse das Haus saniert werden, was aber finanziell nicht machbar gewesen sei.
Das Garelly-Haus war 2016 gegründet worden. In den vergangenen Jahren kämpfte der Standort immer wieder ums Überleben.
Was war das Garelly-Haus?
Das Garelly-Haus war ein von Künstlerinnen und Künstlern selbst verwalteter Produktions-, Proben- und Veranstaltungsort in Alt-Saarbrücken. Ziel des Garelly-Hauses war es nach Angaben des Betreibers, etablierter "Vereins- und Kulturtreff" im Luisenviertel zu sein.
Mangel an bezahlbaren Flächen für Künstler im Saarland
Für Künstlerinnen und Künstler habe das Garelly-Haus günstige Flächen geboten, heißt es weiter in der gemeinsamen Stellungnahme. Das sei vor allem für den Nachwuchs wichtig gewesen. Denn im Saarland gebe es seit Jahren einen "massiven Mangel an bezahlbaren Produktions-, Proben- und Atelierräumen" – gleichzeitig nehme der Leerstand in der Stadt zu.
Es sei Aufgabe der Landeshauptstadt, bezahlbare Orte für die Kultur- und Kunstszene zu schaffen, etwa indem Leerstand umgewandelt werde. Das sei trotz "wiederholter Hinweise" bisher nicht passiert. Stattdessen verlasse sich die Stadt weitgehend auf die Arbeit von Ehrenamtlichen. "Die Schließung des Garelly-Hauses markiert einen Punkt, an dem diese Entwicklung für viele nicht mehr tragbar ist."
Daher fordere man die Politik zum Handeln auf. Stadt und Land müssten sich damit befassen, "wie kulturelle Räume gesichert, selbstverwaltete Orte strukturell unterstützt und kulturelle Infrastruktur als öffentliche Aufgabe verstanden und umgesetzt werden kann". Sonst gehe nicht nur künstlerisches Potenzial, sondern langfristig auch kulturelle Attraktivität verloren.
Gemeinsame Stellungnahme: Die Unterzeichner
Unterschrieben haben die gemeinsame Stellungnahme das Netzwerk Freie Szene Saar e. V., der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Saar, der Saarländischer Künstlerbund, die Landesarbeitsgemeinschaft Tanz im Saarland e.V., Prospektiv e.V., die Nacht der Schönen Künste und das Korso-op.Kollektiv e. V..
Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten am 17.02.2026 berichtet.
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Erstveröffentlichung: 17.02.2026 | 11:53 Uhr