Zentrale der Neunkircher Verkehrsbetriebe (NVG)

Saarland NVG-Skandal: Wohl Millionenschaden durch unzulässige Zulagen

Stand: 16.02.2026 • 19:32 Uhr

Der Skandal um die Neunkircher Verkehrsgesellschaft NVG zieht immer weitere Kreise. Nach Berichten über Gratisfahrten, eine mutmaßlich illegale Parteispende und Geldflüsse an den Neunkircher Rotary-Club steht jetzt offenbar ein Millionenschaden durch fragwürdige Sonderzahlungen an Mitarbeiter im Raum.

Von Mit Informationen von Aaron Klein

Die Busse der Neunkircher Verkehrs GmbH (NVG) sicherten auch diesmal wieder – wie seit vielen Jahren – den Neunkircher Rosenmontagszug. Im vergangenen Jahr entstanden der NVG dadurch – wegen mutmaßlicher Fehlplanung – enorme Zusatzkosten. Im Anschluss kamen immer mehr Ungereimtheiten rund um die NVG ans Licht.

Fast drei Millionen Euro an unzulässigen Zulagen

Der neueste Fall: Seit 2021 sollen 2,85 Millionen Euro als unzulässige, persönliche Zulagen an rund 60 NVG-Beschäftigte geflossen sein. Zu diesem Schluss kommt laut Saarbrücker Zeitung ein Gutachten, das die NVG in Auftrag gegeben hatte.

Die festgestellten Missstände sollen insgesamt die bisher bekannten Vorwürfe sogar noch übertreffen. Die SPD stellt in Neunkirchen sowohl den Landrat als auch den Oberbürgermeister. OB Jörg Aumann war bis August vergangenen Jahres auch NVG-Aufsichtsratschef.

Wagner fordert „völlige Transparenz“

„Erste Erkenntnisse zeigen, dass das wohl nur die Spitze des Eisbergs war. Von daher ist da noch eine Menge mehr zu erwarten in diesem NVG-Skandal”, sagte CDU-Generalsekretär Frank Wagner dem SR.

„Von daher fordern wir völlige Transparenz und Klarheit, und vor allem: Die Mitglieder des Aufsichtsrats und auch weitere Gremienmitglieder müssen Zugang zu diesem Gutachten erhalten.“ Außerdem, so Wagner weiter, solle sich Anke Rehlinger als SPD-Landeschefin an die Spitze der Aufklärung stellen.

Wohl keine vollständige Veröffentlichung des Gutachtens

Der Neunkircher SPD-Landrat und aktuelle Aufsichtsratschef der NVG, Sören Meng, teilte auf SR-Anfrage mit, er könne zu den neuesten Informationen keine Angaben machen. Das Gutachten soll am Donnerstag bei einer NVG-Aufsichtsratssitzung vorgestellt werden – allerdings nur in Teilen. Das komplette Gutachten zu veröffentlichen sei laut Meng problematisch, weil zu viele persönliche Daten darin enthalten seien.

Über dieses Thema haben auch die SR info Nachrichten im Radio vom 16.02.2026 berichtet.

Der NVG-Skandal

Erstveröffentlichung: 16.02.2026 | 19:50 Uhr

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