Ein Justizbeamter patrouilliert über einen Gefängnisflur

Saarland Personalmangel: Zu wenige JVA-Beamte im Saarland

Stand: 20.02.2026 • 12:31 Uhr

Im Saarland gibt es zu wenige Justizvollzugsbeamte. Die Gewerkschaft BSJ fordert seit Jahren mehr Personal. Doch von geforderten 35 neuen Stellen wurde zuletzt nur eine neu geschaffen. Das bringt Probleme mit sich.

Von Denise Friemann / Onlinefassung: Kai Forst

Personalmangel in Gefängnissen – ein Problem, mit dem viele Justizvollzugsanstalten in Deutschland schon seit längerem zu kämpfen haben. Der Bund saarländischer Justizvollzugsbediensteter (BSJ) – die Gewerkschaft für JVA-Beamte – fordert seit Jahren mehr Personal vom Justizministerium im Saarland.

"Das ist ein Affront gegen alle Mitarbeiter"

Bisher mit mäßigem Erfolg, im letzten Haushalt wurden drei zusätzliche Stellen geschaffen, im aktuellen Haushalt nur eine. Das Justizministerium bezeichnet das als „substanzielle Verbesserung“.

Für den Vorsitzenden der Gewerkschaft, Sascha Klein, ist diese eine zusätzliche Stelle „eine Frechheit“. Denn gefordert waren mehr als 35 Stellen zusätzlich. „Das ist ein Affront gegen alle Mitarbeiter, die hier seit Jahren den Laden am Laufen halten.“

"Auch die Sicherheit leidet" in den Vollzugsanstalten

Ein Justizvollzugsbeamter der JVA Saarbrücken bestätigt dem SR: Wenn Personal fehle, mache das sich deutlich bemerkbar. Auch bei der Sicherheit. "Wir sind natürlich nie vor Übergriffen gefeit. Es passiert Gott sei Dank sehr sehr wenig, aber die Gefahr ist größer, wenn man alleine ist."

Normalerweise seien pro Schicht zwei Beamte für 30-45 Inhaftierte zuständig. „Wenn nur einer von uns da ist, kann es sein, dass die Einschlusszeiten sich ändern, die Gefangenen werden unzufriedener. Sport und Freizeitaktivitäten fallen aus, und somit leidet der ganze Betrieb.“

Zum Teil Einschlusszeiten von 23 Stunden

Zu lange Einschlusszeiten aufgrund von Personalmangel: Solche prekären Situationen gibt es in zahlreichen JVAs in Deutschland. Ende 2025 berichtete der MDR, dass Insassen der JVA Burg in Sachsen-Anhalt wiederholt über Einschlusszeiten von bis zu 23 Stunden klagten.

Ein ähnliches Bild auch in der rheinland-pfälzischen JVA Diez: Gefangene wandten sich im vergangen Jahr an den SWR und beklagten, dass Personal fehle und sie deshalb schlechtere Haftbedingungen hätten und zum Teil 23 Stunden ihre Zelle nicht verlassen durften.

Gewerkschaft beklagt zu niedrige Besoldung

Zusätzlich zu diesen Probleme sieht der Bund saarländischer Justizvollzugsbedienster auch bei der Besoldung Handlungsbedarf – sie sei im Saarland die niedrigste bundesweit. Und es gibt noch einen weiteren Knackpunkt: „Auch die Beförderungsmöglichkeiten sind ein Riesenproblem. Kolleginnen und Kollegen nehmen über Jahre Funktionsstellen wahr, ohne dass sie die entsprechende Besoldung bekommen“, betonte Klein.

Laut Justizministerium hat diese Verzögerung verschiedene Gründe. Das Budget sei im letzten und für dieses Jahr aber deutlich angehoben worden. Die personelle Ausstattung sei laut Ministerium eine Daueraufgabe mit hoher Priorität. Bisher zeigt sich davon nur wenig.

Über dieses Thema berichtet auch die "Region am Mittag" auf SR 3 Saarlandwelle am 20.02.2026.

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Erstveröffentlichung: 20.02.2026 | 12:31 Uhr

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