Alte Frau telefoniert.

Saarland Saarland im Visier von Schockanrufern

Stand: 20.02.2026 • 18:56 Uhr

Im Saarland hat es eine Welle von Schockanrufen gegeben, in zwei Fällen waren die Betrüger erfolgreich – trotz Aufklärungskampagnen und medialer Berichterstattung. Woran liegt das, wie lassen sich die Betrugsmaschen erkennen und wie sollte man sich im Verdachtsfall verhalten?

Von Simin Sadeghi / Onlinefassung: Rebecca Wehrmann

Sie machen am Telefon ordentlich Druck und schüren die Angst ihrer Opfer: Schockanrufer, die versuchen, Geld und Wertgegenstände zu erbeuten. In den vergangenen Tagen gab es im gesamten Südwesten Deutschlands – und damit auch im Saarland – wieder vermehrt solche Anrufe. Teilweise mit Erfolg. Deshalb warnt das Innenministerium erneut vor dieser Betrugsmasche.

Kampagne zur Aufklärung zeigt Wirkung

Im vergangenen Jahr hat das Innenministerium gemeinsam mit der Polizei eine Aufklärungskampagne gestartet, um Menschen zu sensibilisieren und auf den Ernstfall vorzubereiten. Zudem wird regelmäßig in den Medien darüber berichtet. Trotzdem sind die Betrüger immer wieder erfolgreich.

Als einen Grund nennt der Pressesprecher der Landespolizeidirektion, Falk Hasenberg, den enormen Druck, dem die Opfer durch die Schockanrufer ausgesetzt sind – besonders ältere Menschen. Dieser Druck könne dazu führen, dass Betroffene in der Ausnahmesituation doch Zahlungen leisten.

Gleichzeitig zeigten die Kampagnen Wirkung, sagt Hasenberg: „Wir hatten zwar zwei Fälle, bei denen es zur Auszahlung gekommen ist, aber mehr als 40 Betroffene haben den Betrug erkannt und rechtzeitig reagiert.“

Polizei ruft nicht mit Notrufnummer an

Doch wie lässt sich ein betrügerischer Anruf entlarven? „Immer wenn Druck aufgebaut wird und man selbst kaum zu Wort kommt, ist das ein deutliches Indiz“, so Hasenberg. Ein weiteres Warnsignal sei die angezeigte Rufnummer: Wird die Notrufnummer 110 eingeblendet, handelt es sich eindeutig um einen Betrugsversuch.

Ebenso verdächtig sind Fragen wie: „Wie viel Geld haben Sie zu Hause?“ oder „Haben Sie Schmuck daheim?“ Solche Fragen würde die Polizei niemals stellen, betont Hasenberg. Auch würde die Polizei niemals Bargeld oder Wertgegenstände an der Haustür entgegennehmen.

Betrüger arbeiten mit Telefonlisten

Dass es derzeit wieder eine Welle von Anrufen gibt, erklärt Hasenberg mit dem Vorgehen der Täter. Diese arbeiteten mit Listen, die systematisch abtelefoniert würden. Im aktuellen Fall habe es deshalb vermehrt Anrufe im Südwesten gegeben – unter anderem im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

Die Polizei empfiehlt grundsätzlich:

  • Seien Sie misstrauisch bei Anrufen, in denen nach Bargeld oder Wertgegenständen gefragt wird.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten oder Informationen zu Vermögenswerten preis.
  • Beenden Sie verdächtige Gespräche sofort.
  • Verständigen Sie die Polizei über den Notruf 110.
  • Informieren Sie Angehörige oder Nachbarn über verdächtige Kontakte.

Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten am 20.02.2026 im Radio berichtet.

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Erstveröffentlichung: 20.02.2026 | 18:57 Uhr

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