Frauenrechtlerin Marlies Krämer

Saarland Frauenrechtlerin Marlies Krämer aus Sulzbach ist tot

Stand: 19.02.2026 • 21:57 Uhr

Die Kommunalpolitikerin, Feministin und Autorin Marlies Krämer ist tot. Die Sulzbacherin wurde bundesweit mit ihren Aktionen für eine geschlechtergerechte Sprache bekannt und hinterlässt ein beeindruckendes Lebenswerk.

Von Karin Mayer / Onlinefassung: Tom Manzelmann

Für ihr Lebenswerk für die Gleichstellung von Mann und Frau wurde Marlies Krämer aus Sulzbach erst 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie ist vor allem für ihren Einsatz für geschlechtergerechte Sprache bekannt, der an vielen Stellen bis heute wirkt.

Nun ist die Frauenrechtlerin, Kommunalpolitikerin und Autorin im Alter von 88 Jahren verstorben. Sie wurde an diesem Donnerstag im Kreise der Familie beigesetzt.

Marlies Krämer sorgte für weibliche Form in Ausweisen

Seit den 90er Jahren hatte Marlies Krämer ein klares Ziel: Frauen sollen als Frauen bezeichnet werden. Sie wollte beispielsweise Formulare nur als Inhaberin oder Kundin unterschreiben.

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Marlies Krämer - die sanfte Rebellin

Weil die Kommunen solche Antragsformulare nicht hatten, blieb sie jahrelang ohne Ausweis – und setzte sich schließlich durch. Seit 1996 gibt es bundesweit die weibliche Form Inhaberin in Ausweisdokumenten.

Einsatz für geschlechtergerechte Sprache auch beim Wetter

Marlies Krämer wollte aber mehr: Sie gründete eine bundesweite Fraueninitiative und erreichte, dass 1999, dass Hochdruckgebiete auch mit Frauennamen benannt werden. Zuvor wurden weibliche Namen nur für Tiefdruckgebiete verwendet – das kritisierte sie als diskriminierend.

Beim Deutschen Wetterdienst erreichte sie, dass Tiefdruckgebiete auch umgekehrt nicht ausschließlich mit weiblichen Namen bezeichnet werden.

Gegen die Sparkassen zog sie vergeblich vor das Bundesverfassungsgericht. Als Kommunalpolitikerin war Marlies Krämer vor allem in der Umweltpolitik aktiv, als Autorin schrieb sie Gedichte und veröffentlichte Bücher.

Rehlinger: Krämer stieß gesellschaftliche Debatten an

Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger würdigte Krämer. Sie habe sich ihr Leben lang mutig und beharrlich für Gleichberechtigung eingesetzt. Krämer habe gesellschaftliche Debatten angestoßen, insbesondere wenn es um Sichtbarkeit und Anerkennung von Frauen in Sprache und Alltag ging. Ihr Engagement wirkte laut Rehlinger weit über die Landesgrenzen hinaus und inspirierte viele Frauen, für ihre Rechte einzustehen.

Über dieses Thema haben auch die SR info-Nachrichten im Radio am 19.02.2026 berichtet.

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Erstveröffentlichung: 19.02.2026 | 15:54 Uhr

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