In Richtung 25.000 Punkte DAX fällt wieder zurück
Nach dem gestrigen Zwischenhoch sind die Anleger heute vorsichtiger gewesen. Der DAX fiel wieder in Richtung 25.000 Punkte. Gegenwind kommt von der Wall Street.
Wie gewonnen, so zerronnen. Der DAX hat heute seinen jüngsten Höhenflug deutlich über die Marke von 25.000 Punkten wieder beendet und 0,93 Prozent leichter geschlossen. Der Index behauptete am Ende damit bei 25.043 Punkten aber noch die runde Marke.
Zuletzt hatte der Leitindex Mitte Januar mit 25.507 Zählern ein Allzeithoch markiert. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursanstiegen. Auch der MDAX der mittelgroßen Werte gab 0,83 Prozent nach auf 31.479 Punkte.
Die Furcht vor einer Eskalation der Spannungen mit dem Iran sowie die ungewisse US-Zinspolitik sorgt derweil für einen verhaltenen Handelsverlauf an der Wall Street. Alle großen Indizes stehen am Mittag Ortszeit moderat im Minus. Auch die US-Anleger sind also mit viel Vorsicht unterwegs.
Der Markt sei zunehmend besorgt über die Möglichkeit eines unmittelbar bevorstehenden US-Einsatzes gegen den Iran, resümierten die Analysten von ING. Bei den jüngsten Gesprächen zum iranischen Atomprogramm in dieser Woche sind laut Weißem Haus zwar Fortschritte erzielt worden, doch in einigen Punkten bestünden weiterhin Differenzen.
Die USA fordern vom Iran die Aufgabe seines Atomprogramms. Die Regierung in Teheran lehnt dies jedoch ab und bestreitet, die Entwicklung einer Atomwaffe anzustreben.
Die Angst vor einem Militärschlag der USA gegen den Iran lässt derweil die Ölpreise klettern. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch das US-Leichtöl WTI legen rund zwei Prozent zu. Brent steigt dabei über die Marke von 70 Dollar je Fass.
Wie meist bei geopolitischen Spannungen legt der Dollar moderat zu. Zuletzt wurden 1,1761 Dollar und damit wieder weniger als 1,18 Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1753 (Mittwoch: 1,1845) Dollar fest.
Die größte Sorge der Öl-Anleger ist laut Analysten, dass eine Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Iran den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus beeinträchtigen könnte. Rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs werden über diese schmale Wasserstraße abgewickelt.
Die gedämpfte Stimmung an der Wall Street ist auch nachlassenden Zinshoffnungen zu verdanken. Denn vom Arbeitsmarkt kamen starke Signale. In der vergangenen Woche sank die Zahl der Anträge um 23.000 auf 206.000, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Es war der stärkste Rückgang seit November. Volkswirte hatten im Schnitt mit 225.000 Anträgen gerechnet.
Volkswirt Paul Ashworth von Capital Economics geht weiter davon aus, dass der designierte Fed-Chef Kevin Warsh Schwierigkeiten haben wird, seine Kollegen von der Notwendigkeit einer aggressiven Zinssenkung in diesem Jahr zu überzeugen. Denn nach Meinung von Ashworth dürfte sich das Beschäftigungswachstum festigen, was Inflationsrisiken birgt.
Unter den Einzelwerten in New York legen Walmart trotz eines vorsichtigen Ausblicks zu und gehören damit zu den größten Gewinnern im Dow Jones. Der weltgrößte Einzelhändler will für 30 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückkaufen.
Bei den Einzelaktien hierzulande standen Airbus-Papiere mit einem Minus von über sechs Prozent am DAX-Ende. Der deutsch-französische Flugzeugbauer hat sein Ergebnisziel für das vergangene Jahr zwar nach eigenen Angaben übertroffen.
Marktteilnehmer bemängelten aber den schwachen Ausblick. Airbus muss das Produktionsziel für den A320 erneut verschieben. Aufgrund von Problemen mit einem US-Zulieferer für Triebwerke, heißt es vom Konzern.