Verluste in New York DAX rutscht mit schwacher Wall Street ins Minus
Nachdem Siemens zunächst den DAX über 25.000 Punkte gezogen hatte, setzten im Sog einer schwachen Wall Street am Nachmittag Gewinnmitnahmen ein. Tagessieger war die T-Aktie, die positiv überraschte.
Zahlreiche Quartalsberichte sowohl aus dem DAX als auch aus der zweiten Reihe haben heute den Börsentag bestimmt. Dabei stachen besonders die Geschäftszahlen des Münchener Industrie- und Technologiekonzerns Siemens zunächst sehr positiv heraus.
Die Im DAX schwer gewichtete Aktie gewann in der Spitze fast sieben Prozent und zog damit zunächst den gesamten Index nach oben und über die Marke von 25.000 Punkten. Das Tageshoch lag bei 25.239 Zählern. Am Nachmittag setzten dann aber nach schwacher Wall-Street-Tendenz massive Gewinnmitnahmen ein. Der Leitindex sackte schnell ab und fiel wieder unter die runde Marke. Am Ende gingen die Gewinne bei einem Schlussstand von 24.852 Punkten vollständig verloren. Der MDAX der mittelgroßen Werte sackte deutlich um 1,6 Prozent ab.
Im Verlauf des heutigen Handelstag ist die Siemens AG im DAX zum teuersten deutschen börsennotierten Unternehmen aufgestiegen, der Großkonzern überholte den bisherigen Platzhirsch SAP. Dessen Kurs war zuletzt deutlich gesunken. In der Spitze erreichte die Aktie im Verlauf bei 275,75 Euro ein neues Rekordhoch, die Börsenbewertung stieg zwischenzeitlich über 217 Milliarden Euro. Nach massiven Gewinnmitnahmen im Gesamtmarkt blieb aber nur noch ein Plus von knapp 0,3 Prozent auf 257 Euro.
Experten sprachen von einem starken Start ins Geschäftsjahr bei guter Auftragslage. Die für Siemens entscheidende Gewinnkennziffer - das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten - soll 2025/26 nun auf 10,70 bis 11,10 Euro steigen. Zuvor war Siemens von 10,40 bis 11,00 Euro ausgegangen.
Gegen den Trend gaben Mercedes-Aktien nach Vorlage der Geschäftszahlen am Morgen zunächst deutlich nach, grenzten ihre Verluste aber im Verlauf noch ein. Deutlich wurde, dass der Konzern vor allem die Absatzeinbußen in China nicht auffangen kann. Die Verkaufszahlen sinken Finanzchef Harald Wilhelm zufolge weiter, auch wenn es im zweiten Halbjahr Impulse durch neue Modelle geben könne.
Das Betriebsergebnis (Ebit) sackte gegenüber dem Vorjahr um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro ab. Was aber auch negativen Wechselkurs- und Zolleffekten zu verdanken war, sowie Einmaleffekten aufgrund von hohen Kostensenkungen.
T-Aktien, im DAX ebenfalls mit hoher Gewichtung, legten nach starken Zahlen der US-Tochter T-Mobile US vom Vortag deutlich um rund sechs Prozent zu und waren größter Gewinner. DAX-Schlusslicht waren Heidelberg Materials, die elf Prozent verloren.
Lufthansa erholten sich im MDAX nach den Streikverlusten des Vortages. ThyssenKrupp gaben im MDAX nach einem schwachen Quartalsbericht deutlich um rund 12 Prozent nach. Verluste gab es vor allem im kriselnden Stahlgeschäft, das verkauft werden soll.
Aus dem DAX hielt hielt die Deutsche Börse nach den Zahlen vom Vorabend am Vormittag noch eine Analystenkonferenz ab. Der Frankfurter Börsenbetreiber setzt nach einem Rekordgewinn 2025 auf den nächsten Milliardendeal. Deutschlands größter Börsenbetreiber kauft den Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx für 1,1 Milliarden Euro komplett.
Nach neuen Zahlen vom Arbeitsmarkt tendieren die großen US-Aktienindizes nach durchwachsenem Start schwächer. Auch der Leitindex Dow Jones ist mittlerweile knapp ein Prozent im Minus, Nasdaq und SAP verlieren deutlich zwischen 1,6 und 2,0 Prozent.
Die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt dämpften unmittelbare Zinshoffnungen. Sie fielen robust aus, die Zahl der Erstanträge sank stärker als erwartet um 5.000 auf 227.000. Zinshoffnungen erhielten damit einen Dämpfer, trotzdem rechnet der Markt mit weiteren Senkungen in diesem Jahr. Morgen stehen Inflationsdaten für den Januar auf der Agenda.