Apple, Meta, Microsoft Alle Augen auf die KI-Entwicklung
Drei US-Big-Tech-Konzerne haben ihre Geschäftsbücher geöffnet: Meta, Microsoft und Apple. In allen drei Bilanzen spielt KI eine zentrale Rolle.
In den USA haben drei der großen Technologiekonzerne Apple, Microsoft und Meta ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Dabei fällt auf, welch wichtige Rolle der Bereich der Künstlichen Intelligenz für die Entwicklung des Geschäfts spielt.
Apple: iPhone hui, KI pfui?
Die neuen iPhones kommen im September raus, deshalb läuft das Weihnachtsquartal in der Regel immer gut für Apple. Das iPhone 17 kommt aber besonders gut an. Der Konzernumsatz stieg um 16 Prozent auf knapp 144 Milliarden Dollar - ein Rekord für den Konzern. Der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr auf gut 42 Milliarden Dollar, ebenfalls ein Plus von 16 Prozent. Im nachbörslichen Handel stiegen Apple-Aktion um rund zwei Prozent.
Besonders gut verkauft sich das neue iPhone im wichtigen, weil großem chinesischen Markt. Die Erlöse stiegen um 38 Prozent an, Analysten haben mit deutlich weniger gerechnet. Chinesische Smartphonehersteller wie Huawei oder Xiaomi haben Apple in den letzten Jahren Marktanteile gekostet. Detaillierte Verkaufszahlen veröffentlicht Apple schon länger nicht mehr. Marktforscher gehen davon aus, dass Apple im letzten Jahr Samsung als größten Smartphonehersteller überholt hat.
Dass Apple bei der Entwicklung von eigenen KI-Anwendungen hinterher hängt, scheint die Kunden nicht zu stören. Apples Sprachassistent Siri bietet im Vergleich zu anderen KI-Assistenten überschaubar viele Möglichkeiten. Um das zu ändern, setzt das Unternehmen unter CEO Tim Cook auf externen Sachverstand. Für eine neue Siri-Version will Apple mit Google zusammenarbeiten, außerdem hat Apple die Übernahme des KI-Startup Q.ai bekanntgegeben. Die Firma aus Israel hat beispielsweise eine KI entwickelt, die auch lauteren Umgebungen geflüsterte Sprache verstehen soll.
Microsoft: Hohe KI-Ausgaben drücken auf den Aktienkurs
Erwartungen übertroffen, Börsenkurs runter: So lassen sich die neuesten Geschäftszahlen von Microsoft zusammenfassen. Natürlich geht es auch dieses Mal vor allem um die Investitionen in Rechenzentren - die Infrastruktur für den KI-Bereich. "Wir haben die Erwartungen bei Erlösen, Betriebsergebnis und Reingewinn übertroffen", sagte Amy Hood, die Finanzchefin des US-Software-Konzerns aus Redmond.
Trotzdem fielen die Aktien im nachbörslichen Handel um rund sieben Prozent. Der Grund sind unter anderem die immer weiter steigenden Investitionen in neue Rechenzentren. 37,5 Milliarden Dollar hat Microsoft allein im letzten Quartal gezahlt, um immer neue Rechenkapazitäten zu schaffen. Die nutzt Microsoft, um eigene KI-Programme zu entwickeln, oder der Konzern vermietet Rechenpower an andere Firmen.
Was Anlegern nicht passt: Zwei Drittel der Investitionen fließen in KI-Chips. Das bestätigte ein Microsoft-Sprecher. Die kosten viel, sind aber schnell überholt, weil es immer wieder neue und schnellere Chips gibt. Börsen-Fachleute fragen sich außerdem, ob sich die hohen Ausgaben lohnen, denn der Wettbewerb wird härter - auch andere Anbieter, vor allem Konkurrent Google ("Gemini 3") hat zu Microsofts Partner OpenAI aufgeholt. Der Konzernumsatz von Microsoft stieg im letzten Quartal um 17 Prozent auf gut 81 Milliarden Dollar, der Gewinn lag bei über 38 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 60 Prozent.
Metaversum kommt aufs Abstellgleis
Mit etwas unter 60 Milliarden Dollar Umsatz im vergangenen Vierteljahr liegt Meta über den Erwartungen der Analysten, der Konzern verdient gut mit Werbung auf seinen Plattformen. Aber auch die Ausgaben für Künstliche Intelligenz gehen gehörig nach oben. Im vergangenen Jahr hatte Meta gut 72 Milliarden Dollar etwa in den Ausbau von KI-Rechenzentren investiert, im kommenden Jahr sollen es mehr als 115 Milliarden werden.
Damit versucht Meta-Chef Mark Zuckerberg, die Konkurrenz wie Google oder OpenAI zu überflügeln - fähige Mitarbeiter wurden abgeworben, um Meta auf dem Weg zur sogenannten Superintelligenz voranzubringen. Das Ziel: KI, die schlauer ist als Menschen.
Milliardenverluste schreibt Meta allerdings weiterhin bei den virtuellen Welten: Mark Zuckerberg hatte vor über vier Jahren auf das Metaversum gesetzt, aber kürzlich genau dort Einsparungen angekündigt. Jeder zehnte Mitarbeiter aus den Reality Labs soll gehen, um Gelder freizumachen für KI-Projekte.