Silhouetten von Ölpumpen im Licht eines Sonnenuntergangs.

Trotz OPEC-Förderbremse Ölpreise fallen nach Annäherung von USA und Iran

Stand: 02.02.2026 • 10:31 Uhr

Die Entspannung der Lage zwischen den USA und Iran spiegelt sich auch am Ölmarkt deutlich wider: Die Ölpreise fallen spürbar - und das, obwohl die OPEC an ihren Fördermengen festhält.

Nach ersten Anzeichen für Gespräche zwischen den USA und den Iran macht sich auch am Ölmarkt Erleichterung breit. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent sackt um rund fünf Prozent ab - auf knapp 66 Dollar. US-Öl der Sorte WTI verbilligt sich um mehr als vier Prozent.

Iran bereit für Gespräche mit den USA

Hintergrund des deutlichen Preisverfalls am Ölmarkt ist eine Entspannung der Lage zwischen den USA und Iran. So zeigte sich Teheran am Wochenende bereit für Gespräche mit Washington. Sein Land habe "niemals einen Krieg angestrebt" und strebe auch jetzt keinen Krieg an, sagte Irans Präsident Massud Peseschkian.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den Druck auf Iran mit neuen Drohungen verstärkt. Es seien weitere Kriegsschiffe Richtung Iran unterwegs - "und hoffentlich werden wir einen Deal machen", sagte Trump im Weißen Haus.

Angst vor Versorgungsengpässen am Ölmarkt

Der US-Präsident hatte mehrfach mit einem militärischen Eingreifen gedroht, sollte Teheran sein Atomprogramm nach Luftangriffen israelischer und US-amerikanischer Streitkräfte auf wichtige Atomanlagen im Juni wieder aufnehmen.

Die anhaltenden Spekulationen über einen Militärschlag gegen Iran hatten zuletzt am Ölmarkt Ängste vor Versorgungsengpässen geschürt - und die Preise immer weiter in die Höhe getrieben. Schließlich zählt Iran zu den Top Sechs der weltweiten Ölproduzenten und verfügt zudem über die drittgrößten nachgewiesenen Ölreserven der Welt.

Vor dem Wochenende hatte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Brent noch bei über 70 Dollar gelegen - und damit so hoch wie seit sechs Monaten nicht mehr.

Ölkartell OPEC+ lässt Fördermengen unverändert

Ungeachtet der zuletzt gestiegenen Preise hält das Ölkartell OPEC+ an seiner Förderbremse fest. Die acht beteiligten Länder hätten sich darauf verständigt, die geplante Pause bei der Erhöhung der Fördermengen auch im März beizubehalten, teilte die OPEC+ am Sonntag nach Beratungen mit.

Saudi-Arabien, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Kasachstan, Kuwait, der Irak, Algerien und der Oman ließen offen, wie sie nach dem März verfahren wollen. Das Fehlen eines Fahrplans sei bemerkenswert, sagte Jorge Leon, Analyst bei Rystad Energy.

"Angesichts der wachsenden Unsicherheit im Zusammenhang mit Iran und der Spannungen mit den USA hält sich die Gruppe alle Optionen offen." Interne Daten der OPEC deuteten zudem auf eine geringere Nachfrage im zweiten Quartal hin, was den Spielraum für Fördererhöhungen begrenzen könnte.

Produktionsausfälle in Kasachstan und den USA

Gestützt werden die Ölpreise zudem weiterhin von Angebotsausfällen. So läuft die Wiederaufnahme der Ölproduktion im größten Ölfeld von Kasachstan offenbar langsamer an als erwartet. Laut Insiderberichten soll bis zum 7. Februar erst die Hälfte der Produktionsleistung wieder hergestellt sein. Zudem ist das Ausmaß der Produktionsunterbrechungen in den USA infolge des Wintersturms weiterhin unklar.

Mit Informationen von Angela Göpfert, ARD-Finanzredaktion.

Angela Göpfert, HR Frankfurt, tagesschau, 02.02.2026 • 09:57 Uhr

Dieses Thema im Programm: tagesschau.de | Ölpreise fallen nach Annäherung von USA und Iran | 02.02.2026 | 09:58 Uhr

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