Kevin Warsh

US-Notenbank Kevin Warsh soll neuer Chef der Fed werden

Stand: 30.01.2026 • 14:22 Uhr

Die US-Notenbank soll einen neuen Chef bekommen: Der US-Präsident schlägt für diesen Posten Kevin Warsh vor. Er hat bereits früher für die Fed gearbeitet. Den bisherigen Chef Powell hatte Trump mehrfach beschimpft und unter Druck gesetzt.

Der frühere Fed-Gouverneur Kevin Warsh soll nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump die Nachfolge von Notenbank-Chef Jerome Powell antreten. Trump teilte auf seiner Plattform Truth Social mit, er kenne Warsh schon lange und habe keinen Zweifel daran, dass er als einer der größten Fed-Vorsitzenden in die Geschichte eingehen werde, "vielleicht sogar als der beste". Vorher braucht es allerdings noch die Zustimmung des Senats.

Damit würde ein ausgewiesener Finanzexperte an die Spitze der Federal Reserve (Fed) gelangen - der einflussreichsten Zentralbank der Welt, die von politischen Weisungen unabhängig ist. Warsh saß bereits von 2006 bis 2011 im Direktorium der Notenbank. Bei seiner Ernennung im Alter von 35 Jahren war er damals der jüngste Gouverneur in der Geschichte der Institution.

Konflikt zwischen Trump und Powell

Die Amtszeit des derzeitigen Vorsitzenden Powell läuft im Mai aus. Trump hatte den Fed-Chef immer wieder scharf kritisiert und vergeblich zu kräftigen Zinssenkungen gedrängt. Die Fed legte zuletzt eine Zinspause ein, nachdem sie zuvor noch drei Zinsschritte nach unten auf 3,5 bis 3,75 Prozent gegangen war. Die kleinen Senkungen sollten ein Wiederaufflammen der Inflation auf hohem Niveau verhindern. Doch das reichte Trump nicht - in der Folge forderte er Powells Entlassung und beleidigte ihn regelmäßig.

Auch ein Ermittlungsverfahren läuft gegen Powell und die Fed wegen angeblich zu hoher Ausgaben für ein neues Gebäude. Dafür wurde der Republikaner Trump selbst aus den eigenen Reihen kritisiert. Mit dem Ende von Powells Mandat fürchten Beobachter um die Unabhängigkeit der US-Notenbank. Trump hatte Powell selbst 2017 als Chef der US-Notenbank vorgeschlagen.

Warsh stellte sich zuletzt hinter Trumps Forderungen

Der 55-jährige Warsh arbeitete bei der Investmentbank Morgan Stanley, bevor er von US-Präsident George W. Bush als wirtschaftlicher Berater ins Weiße Haus geholt wurde. 2006 wurde er Mitglied im Zentralbankrat, dort galt er als Befürworter einer restriktiven Geldpolitik, also eher höherer Zinsraten, um die Inflation niedrig zu halten.

In den vergangenen Monaten tat sich Warsh zunehmend als Kritiker der Zinspolitik der Fed unter Powell hervor und übernahm viele politische Positionen der Trump-Regierung. Unter anderem sprach er sich offen für Zinssenkungen aus, während die Fed noch die Folgen von Trumps Zollpolitik auf die Verbraucherpreise abwarten wollte.

Ob Trumps Wunschkandidat tatsächlich neuer Fed-Chef wird, ist unklar. So kündigte der einflussreiche republikanischer Senator Thom Tillis an, er werde keinem Kandidaten für den Notenbank-Posten zustimmen, bis das Ermittlungsverfahren gegen Powell geklärt sei.

Dieses Thema im Programm: tagesschau24 | Nachrichten | 30.01.2026 | 14:00 Uhr, BR24 | BR24 Nachrichten | 30.01.2026 | 13:15 Uhr

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